Hoffnung schenken – Schritt für Schritt

Unsere Arbeit

Die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Entwicklungsländern, v.a. in der Unfallchirurgie und Orthopädie, Hilfe zur Selbsthilfe durch Schulungen und Fort-bildungen, die Verbesserung der Infrastruktur und direkte Unterstützung der Menschen, dafür stehen wir von ODW.

Die medizinische Versorgung im unfallchirurgischen und orthopädischen Bereich liegt uns – insbesondere in Sierra Leone – sehr am Herzen. Jährlich finden mindestens vier humanitäre Einsätze in der Klinik St. John of God in Lunsar statt. Die Teams bestehen aus Unfallchirurgen, Orthopäden, Narkoseärzten, OP-Pflegekräften und Physiotherapeuten.

Vor allem Menschen mit nicht verheilten oder fehlverheilten Brüchen, die oft seit Jahren unter Schmerzen und schweren Bewegungseinschränkungen leiden, erhalten dort die Möglichkeit auf eine operative Versorgung. Mit Platten, Schrauben und modernen Operationsverfahren können Verletzungen behandelt werden, die den Betroffenen häufig ein normales Leben, Arbeiten oder die Versorgung ihrer Familien unmöglich machen. Auch chronische Knocheneiterungen sowie weitere Folgen schwerer Unfälle werden operativ versorgt. In ambulanten Sprechstunden werden Patienten untersucht und – wenn möglich – auch ohne Operation behandelt.

Die Hilfe vor Ort ist nur durch die dauerhafte Unterstützung vieler engagierter Menschen möglich. Dank zahlreicher Spenden konnten in den vergangenen Jahren wichtige medizinische Geräte, Operationsmaschinen, Implantate, Verbrauchsmaterialien sowie der Einsatz der freiwilligen Helferteams finanziert werden. Dadurch entstand in der Klinik in Lunsar eine Struktur, die heute vielen Menschen Hoffnung und konkrete medizinische Hilfe schenkt.

Damit diese Hilfe auch in Zukunft bestehen kann, sind wir weiterhin auf die Unterstützung von Institutionen, Unternehmen und privaten Spendern angewiesen. Medizinisches Material muss regelmäßig erneuert und ergänzt werden, Verbrauchsmaterialien werden bei jedem Einsatz benötigt und auch die Durchführung der Hilfseinsätze selbst verursacht laufende Kosten.

Jede Spende hilft dabei, die medizinische Versorgung in einer Region sicherzustellen, in der viele Menschen sonst keine Chance auf eine Behandlung hätten. Für die Menschen vor Ort bedeutet diese Hilfe oft weit mehr als eine Operation – sie bedeutet Schmerzfreiheit, Beweglichkeit, Selbstständigkeit und die Möglichkeit, wieder am Leben teilhaben zu können.

Unser Gründungsmitglied und langjähriger Vorstand Fritjof erzielt seit vielen Jahren große Erfolge in der operativen Klumpfußbehandlung von Kindern und Jugendlichen. Hierfür führt er regelmäßige Einsätze in Sierra Leone und Tansania durch. Dankbare Kinder, die nach Jahren der Behinderung wieder Hoffnung auf ein normales Leben haben, sind Lohn und Ansporn hierfür.

Nach einer Unterbrechung durch die Ebola-Epidemie 2014/15 konnten wir 2016 unsere Einsätze wieder aufnehmen. Seit 2017 sind jährlich mindestens fünf Teams aus Unfallchirurgen, Orthopäden, Anästhesisten, OP-Pflegekräften und Physiotherapeuten für jeweils zwei Wochen vor Ort.

Klumpfüße kommen in nahezu gleicher Häufigkeit weltweit vor. Werden sie allerdings nicht behandelt, entwickeln sie sich zu einer zunehmenden Behinderung.

​Dank der Ponseti-Methode lassen sich heute auch in Entwicklungsländern viele Babys und Kinder erfolgreich mit dieser Methode behandeln, die sich weltweit durchgesetzt hat. Allerdings hat sich gezeigt, dass auch unter idealen Bedingungen in Entwicklungsländern 25% der Kinder nicht oder nicht ausreichend behandelt werden können (Ponseti-Projekt in Uganda). Der unbehandelte Klumpfuß wird deshalb leider auch in Zukunft eine ärztliche Herausforderung bleiben.

Wichtig ist es deshalb, dass das Wissen um die Behandlung dieser schweren Behinderung nicht verloren geht, sondern weiter gegeben wird. Dies ist eine der Aufgaben, denen sich ODW schwerpunktmäßig stellt.

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„Hilfe zur Selbsthilfe“ ist das Motto des Vereins.

Während der Einsätze finden zahlreiche Vorträge und Schulungen für das Personal vor Ort statt. Hygienemaßnahmen stehen hier ganz oben auf der Agenda.

Praktische Schulungen wie Gipskurse oder das Einrichten von Knochenbrüchen sollen dazu führen, dass eine unfallchirurgische Basisversorgung auch in unserer Abwesenheit stattfindet.

Dr. Samuel Cookson, unser „Mann vor Ort“

Dank Ihrer Spenden und eines Projekts des Rotary Clubs Ebersberg/Grafing ist es uns möglich, ganzjährig einen Mitarbeiter in der Klinik St. John of God in Lunsar, Sierra Leone anzustellen.

Samuel ist Sierra Leonese und hat in Freetown sein Medizinstudium absolviert. Durch ihn ist eine ganzjährige unfallchirurgische Grundversorgung in Lunsar sichergestellt.

Durch Schulungen, auch durch uns vor Ort, findet eine kontinuierliche Weiterbildung statt.

Wir stehen in ständigem Kontakt mit Samuel, besprechen Patienten und deren Röntgenbilder und beraten ihn bei der Behandlung.

Kompliziertere Fälle werden dann von unseren Teams während der Einsätze operiert.

Strom- und Wasserversorgung

Dank der Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung ist es uns gelungen, die Energieversorgung in der Klinik St. John of God in Lunsar auf stabile Beine zu stellen.

2018 wurde ein neuer Dieselgenerator mit 150 KVA in Betrieb genommen.

Die lästigen Spannungsschwankungen, die regelmäßig zu Problemen der medizinischen Geräte (Sterilisator, Röntgen) geführt haben, sind seither Geschichte.

Vielen Dank hierfür an die Bayerische Staatsregierung.

In Zusammenarbeit mit Dr. Scheiter, dem Honorarkonsul von Sierra Leone in München wurde zur Verbesserung der Wasserversorgung in der Klinik in Lunsar ein zusätzlicher Brunnen angelegt.

Waisen- und Familienunterstützung

Not und Elend finden sich in Sierra Leone an jeder Straßenecke. Die Ebolakrise hat das Ganze noch deutlich verschlimmert.

Gezielte Hilfe vor Ort für Ebolawaisen, Unterstützung von Kindern und Familien durch Vereinsmitglieder, Finanzierung von Schulbildung oder Krankenpflegeausbildung sollen dabei helfen, den Menschen und vor allem den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Mehr zum Projekt

Orthopedics for the
Developing World e.V.